»Dreht sie, führt sie, jauchzt und springt!«
Tanz in den Mai mit Klavier und Chor

Seit Jahrhunderten wird der „Tanz in den Mai“ als Fest der Fruchtbarkeit und des Frühlings gefeiert, wenn die Tage wieder wärmer und länger werden. Der Kammerchor accentus vocalis und der vielfach ausgezeichnete Pianist Johannes Nies widmeten sich in diesem Konzert dieser Zeit des Erwachens und des Neubeginns: Der Frühling kam mit Brahms‘ berühmten Zigeunerliedern, Brittens „Flower Songs“ sowie dem hochvirtuosen Mephisto-Walzer Nr. 1 von Liszt schwungvoll zum Erklingen.

 

Montag, 30. April 2018 | 20 Uhr | St. Jakobskirche Frankfurt-Bockenheim

Dienstag, 1. Mai 2018 | 17 Uhr | Hüttenhaus Herdorf
Siegener Zeitung, 3. Mai 2018

Mai musikalisch begrüßt
Accentus Vocalis und Pianist Johannes Nies brillierten im Hüttenhaus

bst. „Dreht sie, führt sie, jauchzt und springt" lautete das einem Liedtext entnommene Motto des Konzerts am 1. Mai, zu dem der 2010 von Peter Scholl gegründete und geleitete Kammerchor Accentus Vocalis zum Start in den Mai ins Hüttenhaus Herdorf eingeladen hatte. Unterstützt wurden die Akteure durch den mehrfach ausgezeichneten Pianisten Johannes Nies. Am Vortag hatte dieses Konzert bereits in der St.-Jakobus-Kirche in Frankfurt-Bockenheim stattgefunden, an der der in Siegen geborene Kirchenmusiker Peter Scholl als Kantor wirkt; daneben lehrt er Chorleitung an den Musikhochschulen Frankfurt und Mainz. Anknüpfend an die geschichtsträchtige Verbindung des „Wonnemonats" mit Fruchtbarkeitsfesten und -kulten bezog Peter Scholl das Programm auf entsprechende Vokalwerke des 19. und 20. Jahrhunderts. Das Konzert eröffnete „Es lacht der Mai" aus Felix Mendelssohn Bartholdys Kantate „Die erste Walpurgisnacht" für Soli, Chor und Orchester, hier mittels Orchesterauszug durch Johannes Nies am Flügel vertreten, dessen Text sich an Goethes „Faust I" anlehnt.
Image
Programm & Mitwirkende

Johannes Nies | Klavier

Kammerchor accentus vocalis
Peter Scholl | Leitung

Béla Bartók:
6 rumänische Volkstänze
Johannes Brahms:
Zigeunerlieder (Opus 103)
Benjamin Britten:
Five Flower Songs (Opus 47)
Franz Liszt:
Mephisto-Walzer Nr. 1
Rhein-Zeitung, 4. Mai 2018

Kammerchor accentus vocalis bot Mephistowalzer und Zigeunerlieder

Von Claudia Geimer. Der Kammerchor Accentus vocalis begrüßte mit einem Konzert im Hüttenhaus in Herdorf den Frühling. „Wir lassen die Musik tanzen“, sagt Dirigent Peter Scholl in Anlehnung an den Brauch, in den Mai zu tanzen. Begleitet wurde das Ensemble von Johannes Nies am Klavier.
Felix Mendelssohn Bartholdy hat passenderweise zum Thema Frühlingsbeginn eine Kantate mit dem Titel „Die erste Walpurgisnacht“ geschrieben. Sie erinnert an die Heilige Walburga. „Es geht um das Bedürfnis nach Schutz für die Zeit, die neu beginnt“, sagt Scholl in seiner Anmoderation.
Der Tanz in den Mai und das Maibaumsetzen seien aus der Tradition der Walpurgisnacht übrig geblieben. In dem Text von Johann Wolfgang von Goethe wird Odin besungen. Als Hexen verkleidet, lassen Frauen bis heute den alten germanischen Brauch der Walpurgisnacht weiterleben. Sechs verschiedene Stimmungen, von der Melancholie bis zum Überschwang, spiegeln sich in den sechs rumänischen Volkstänzen von Bela Bartok wieder, die Nies am Klavier zu Gehör bringt. Als zweites Stück spielt er den „Mephistowalzer Nr. 1“ von Franz Liszt. „Ein Walzer, der vom Teufel gespielt wird“, erläutert der Pianist in seiner Anmoderation. Der zeitgenössische Komponist Benjamin Britten schenkte seine „Blumenlieder“ („Five Flower Songs“) einem befreundeten Ehepaar zur Silbernen Hochzeit. Hier wird nicht der kleine, grüne Kaktus, sondern unter anderem der grüne Ginster besungen.
Der Chor beschließt das Programm mit Zigeunerliedern von Johannes Brahms. In der Romantik wurde das Leben des fahrenden Volkes idealisiert. Es geht um Freiheit, Unabhängigkeit und Liebe.